Braubach, 10. März 2026 – Bei einem Ortstermin mit dem Bundesverkehrsminister Herrn Patrick Schnieder hat die Bürgerinitiative (BI) die seit Monaten festgefahrene Situation im laufenden Planungsverfahren ausführlich dargestellt. Der 1. Vorsitzende der BI nutzte die Gelegenheit, um dem Minister persönlich die Hintergründe, Verzögerungen und strukturellen Probleme zu erläutern, die das Projekt seit Langem belasten.
Variante 3U: Die ausgereifteste und UNESCO-konforme Lösung
Im Zentrum der Ausführungen stand die von der BI ursprünglich finanzierte Variante 3, die nach einem Jahr intensiver Überarbeitung durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) als Variante 3U vorliegt. Diese Weiterentwicklung gilt nach Einschätzung der BI wie auch zahlreicher Fachleute als die technisch und landschaftlich verträglichste Lösung.

erläutert die Verkehrssituation unter dem Lärm des herrschenden Straßenverkehrs.
Die Trasse verläuft unterhalb der bestehenden Bahnlinie, ist vom Rhein aus nicht sichtbar und beeinträchtigt auch die gegenüberliegende Rheinseite in keiner Weise. Damit erfüllt sie zentrale Anforderungen des UNESCO-Welterbeschutzes und gilt als die einzige Variante, die sowohl funktional als auch kulturhistorisch tragfähig ist.
Neue Hürde: Forderung nach einer weiteren Welterbestudie
Trotz dieser Fortschritte wurde jüngst erneut die Erstellung einer Heritage Impact Assessment (HIA) bzw. Welterbelandschaftsverträglichkeitsstudie verlangt. Eine solche Untersuchung ist grundsätzlich ein anerkanntes Instrument, um Auswirkungen auf Welterbestätten zu bewerten. Doch im vorliegenden Fall bedeutet sie eine weitere Verzögerung, obwohl die Variante 3U bereits auf Grundlage umfangreicher Vorarbeiten entwickelt wurde.

fand ein reger Informationsaustausch statt.
Besonders kritisch: Der LBM, der offiziell mit der Ausschreibung und Vergabe dieser Studie beauftragt ist, verfügt nach eigener Aussage nicht über das notwendige Personal, um das Verfahren überhaupt zu starten. Die BI hatte diese Problematik bereits frühzeitig an das zuständige Ministerium in Mainz gemeldet. Die Rückmeldung blieb jedoch unverbindlich und ohne konkrete Lösungsansätze.
Reaktionen beim Ortstermin: Überraschung, Kopfschütteln, Unverständnis
Der Bundesverkehrsminister zeigte sich während der Erläuterungen der BI sichtlich überrascht über die geschilderten Abläufe und die strukturellen Hindernisse. Die Darstellung, dass eine von Bürgern finanzierte und vom LBM überarbeitete Variante nun erneut durch bürokratische Engpässe ausgebremst wird, sorgte im Kreis der anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer für allgemeines Kopfschütteln.
Mehrere Anwesende äußerten spontan ihr Unverständnis über die fehlende Handlungsfähigkeit der zuständigen Landesbehörde. Die BI machte deutlich, dass die Region seit Jahren auf eine tragfähige Lösung wartet und dass weitere Verzögerungen das Vertrauen der Bevölkerung in die politischen Entscheidungsprozesse zunehmend belasten.

auf den Planungen der Bürgerinitiative.
Kurzer Besuch mit deutlicher Wirkung
Nach rund 20 Minuten endete der Besuch des Ministers, der im Anschluss zu einem weiteren Termin weiterreiste. Trotz der kurzen Dauer hinterließ der Austausch einen bleibenden Eindruck: Die BI konnte die Problematik klar und unmissverständlich darstellen, und der Minister erhielt einen unmittelbaren Einblick in die Herausforderungen vor Ort.
Die Bürgerinitiative hofft nun, dass die geschilderten Missstände zeitnah zu konkreten Schritten führen – insbesondere zur Sicherstellung der personellen Ressourcen beim LBM und zur zügigen Einleitung der geforderten Studie, damit das Verfahren endlich vorankommt.

Was ist die Variante 3U?
Variante 3U ist eine vom Landesbetrieb Mobilität überarbeitete Weiterentwicklung der ursprünglich von der Bürgerinitiative finanzierten Variante 3. Sie zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Untertunnelung der Bahnlinie Die Trasse verläuft unterhalb der bestehenden Bahnstrecke und bleibt damit vollständig im Schatten der Infrastruktur.
- Unsichtbarkeit vom Rhein Weder vom Fluss noch von der gegenüberliegenden Rheinseite ist die Trasse sichtbar – ein entscheidender Punkt für den UNESCO-Schutzstatus.
- UNESCO-konform Die Variante erfüllt alle relevanten Anforderungen zum Schutz der Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal.
- Fachlich ausgereift Die Planung basiert auf umfangreichen Vorarbeiten, Gutachten und Abstimmungen mit Fachbehörden.

Die BI sieht in dieser Variante die einzige realistische Lösung, die sowohl den verkehrlichen Anforderungen als auch dem Welterbeschutz gerecht wird.